„Unser einziger Wein vom Kalkboden" – das sagt Kellermeister Nicola Libelli über den Böhlig, und das erklärt schon fast alles. Während die anderen Wachenheimer Premier Crus auf rotem und gelbem Buntandstein stehen, durchziehen den Böhlig Kalkgesteinsadern, die an der Mittelhaardt Seltenheitswert haben. Südöstlich exponiert, am Fuß des Haardtgebirges, gut 3 der knapp 5 klassifizierten Hektar im Besitz des Weinguts. Alte Reben, biodynamisch bewirtschaftet, spontane Gärung im großen Holzfass, langes Hefelager. Kein Wein, dem man noch mit irgendwas nachhelfen müsste.
2024 war ein Jahrgang, der diesem Terroir besonders gut steht: moderate Reife, kühle Spannung, eine Mineralik, die sich von Anfang an in den Vordergrund drängt. Der Böhlig zeigt im Glas zunächst verschlossen und karg – nasser Kalk, Feuerstein, ein Hauch Zitrusöl. Mit Luft öffnet er sich zu weißem Pfirsich, Quitte und feinen floralen Noten, immer unterfüttert von dieser markanten, salzigen Kalksteinmineralik, die ihn von allen anderen Premier Crus des Hauses unterscheidet. Am Gaumen dicht, strukturiert, mit festen Tanninen und einem Nachhall, der nicht endet. Wer ihn jetzt trinkt, bekommt einen sehr guten Wein. Wer wartet, bekommt einen Großen!