Weißwein aus roten Trauben. Klingt nach Widerspruch, ist aber eine der charmantesten Ideen im Weinbau. Die Eppelmanns in Stadecken-Elsheim nehmen ihren Spätburgunder, geben ihm rund zwölf Stunden Schalenkontakt – gerade genug, um einen Hauch Farbe und Struktur mitzunehmen – und vinifizieren dann wie einen Weißwein. Edelstahl, kein Holz, kein Schnickschnack.
In der Nase zeigt sich der Spätburgunder sofort: rote Beeren, reifer Apfel und eine leicht rauchige Note, die verrät, woher die Trauben kommen. Am Gaumen überraschend frisch und leichtfüßig – die Frische eines Weißweins trifft auf eine dezente Beerenfrucht und feine Struktur, die nur ein Pinot Noir mitbringen kann. Der zarte Rosé-Schimmer im Glas ist dabei fast schon Nebensache.
Unkompliziert, eigenständig und mit mehr Charakter als die meisten Weißweine in dieser Preisklasse. Perfekter Opener.