Fünf Hektar gegen den Rest der Welt
Das Weingut Schaefer gibt es urkundlich seit 1590. Willi hat 1971 als Kellermeister übernommen, 1993 ist die Familie bereits dem VDP beigetreten. 2002 ist Christoph als Sohn ins Gut eingestiegen und 2015 hat Willi formell an ihn und seine Frau Andrea übergeben. Seitdem führen die beiden das beschauliche Gut zu zweit. Und „zu zweit" ist hier nicht wirklich eine Floskel: die knappen 5 Hektar Rebfläche, die ausschließlich mit Riesling bestückt sind, werden komplett in Handarbeit bewirtschaftet. Auch im Keller passiert alles manuell und selbstredend wird alles spontan vergoren. Natürlich in alten Moselfudern. Apropo Keller, da ist noch Philipp Veser als Kellermeister am Start. Wer letztes Jahr unseren Adventskalender hatte, erinnert sich vielleicht. Mehr Tradition geht eigentlich nicht. Und genau das ist in einer Zeit, in der gefühlt jeder zweite Winzer irgendetwas „neu denken" muss, will oder soll, eine echte Ansage!
Die drei Lagen, aus denen die magischen, zeitlosen Weine kommen, erheben sich quasi alle direkt hinter dem Weingut: der Graacher Domprobst, das Graacher Himmelreich und – aus einer winzigen Parzelle – die Wehlener Sonnenuhr. Alles Mosel Grand Crus. Südexponierte Steilhänge mit uralten Riesling-Reben und einer Auflage aus Devonschiefer. Blaugrau, ebenfalls uralt, und das prägendste Terroir, das die Mittelmosel zu bieten hat. Der Schiefer speichert tagsüber die Wärme und gibt sie nachts wieder ab. Er zwingt die Wurzeln tief in den Fels, weil oben nichts zu holen ist. Und er gibt diesen Weinen etwas, das man nicht erklären kann. Eine Art dunkle Tiefe und diesen unvergleichlichen mineralischen Sog. Vorausgesetzt man beherrscht das Handwerk so wie Christoph, Andrea und ihr Kellermeister Philipp...und Hand aufs Herz, das beherrschen in dieser Perfektion nur eine Hand voll andere Winzer in dieser Region.
Deswegen sind die Weine auch so gefragt und deswegen ist die Warteliste für eine Allokation ab Weingut so lang, dass man mit Glück noch zu Lebzeiten draufkommt. Wir haben nach einigen Jahren des Wartens und Buhlens eine kleine Allokation als Händler bekommen. Und wir freuen uns, euch hier jetzt den 2025er Jahrgang dieser Ausnahmeweine präsentieren zu dürfen.
Das Weinjahr 2025 war an der Mosel klassisch und schlicht sehr gut - hohe Reife, klare Frucht, präzise Säure, alles im Lot. Kein Hype-Jahrgang, der sich selbst auf die Schulter klopft. Einfach ein richtig guter Mosel-Jahrgang.
Für uns stechen zwei Weine besonders heraus: Der trockene Ortsriesling aus Graach, der gleichzeitig auch den Einstieg bildet, da es nur sehr wenige, richtig trockene Rieslinge von traditionellen Betrieben an der Mittelmosel gibt. Die meisten würden für uns häufig eher in die Kategorie feinherb fallen. Hat auch seine Daseinsberechtigung und seinen Charme, jedoch will man ja nunmal einen trockenen Wein haben, wenn man einen sucht. Und das Ganze kommt mit schlanken 11,5% Alkohol daher, verliert jedoch kein bisschen an Länge und Substanz. Das ist wirklich genialer Ortswein.
Der zweite Wein ist ein Kabinett aus dem Fass #03 aus der VDP.Großen Lage Graacher Domprobst, dem Hausberg der Schaefers. Ein Wein, der auf allen Ebenen fasziniert. Da ist reife Gelbfrucht und diese dunkle Würze, aber keine Opulenz. Da ist Süße, aber kein pappiger Restzucker mit Schluckwiderstand. Da ist Säure, aber in perfekter Balance und Harmonie mit Süße und Frucht. Da ist Präzision und Länge, aber nichts Überforderndes. So und nicht anders geht Spitzenkabinett. Könnte man so getrost in die Versteigerung geben, doch dafür gibt's ja zum Glück noch das legendäre Fass #01, so dass es die #03 für Normalsterbliche gibt.