Aufrüsten beim Riesling-Matador
Bürklin-Wolf ist eines der größten familiengeführten Weingüter Deutschlands. 110 Hektar in vier Gemeinden und eine klare Philosophie: biodynamisch, spontan vergoren, weltklasse! Die Qualitätspyramide des Hauses orientiert sich an der Königlich-Bayerischen Lagenklassifikation von 1828. Wer die Weine einmal nebeneinander getrunken hat, versteht sofort, warum diese Klassifikation damals Bestand hatte und heute noch gilt.
2024 brachte an der Mittelhaardt moderate Reife, lebendige Säure und einen mineralischen Druck, der sich durch alle Stufen des Sortiments zieht. Für die Village-Weine aus Ruppertsberg und Wachenheim war das ein idealer Jahrgang: weniger laut als ein großes Reifejahr, dafür präziser und kühler – genau das, was diese Terroirs am besten können. Wir haben euch beide Weine in der Magnum besorgt und zusätzlich nochmal perfekt gereifte Flaschen direkt aus dem Weingutskeller aus 2021 und 2022.
Einen Stock höher stehen die Premier Crus. Der Wachenheimer Böhlig P.C. ist Nicola Libellis eigenen Worten zufolge der einzige Wein des Hauses vom reinen Kalkboden – ein geologischer Sonderling an der Mittelhaardt, der dem Wein eine Tiefe und Mineralität gibt, die eher ans Burgund erinnert als an die Pfalz. Aber halt Riesling. Feinste Premier-Cru-Lage, elegantester Stil, Reifepotenzial jenseits von 20 Jahren.
Der Wachenheimer Rechbächel P.C. Monopol ist sowas wie das Premier-Cru-Kronjuwel: 3,12 Hektar im Alleinbesitz, südexponiert, roter und gelber Buntsandstein über einer Schicht aus Flussgestein in der Tiefe. Für viele der nobelste Premier Cru aus Wachenheim – und der 2024er zeigt genau das: kühle Kalkigkeit, Zitrusfrucht, salziger Kern, enorme Ruhe. Ein Wein, der Zeit braucht und sie verdient.
Achja - Bürklin Gutsriesling gibt's jetzt auch bei uns. Perfekt für die, die neu im Bürklin-Game sind und erstmal klein, aber hochwertig einsteigen wollen.
Nach all dem Riesling zeigt Kellermeister Nicola Libelli jetzt zudem, dass er auch Burgunder-Rebsorten kann. Die neue Cuvée aus 50% Weißburgunder und 50% Chardonnay, die auf den französischen Namen "Héritage", zu Deutsch "Vermächtnis", hört, stammt von mittlerweile 35 Jahren alten Reben, wurde in großen Fudern in Zweitbelegung ausgebaut und lag lange auf der Hefe. Alles in allem schon ein ziemlich hoher Standard. Und das zeigt sich im Glas: helle Kalkigkeit, nasser Stein, zarter Feuerstein, feine Reduktion. Mit etwas Luft öffnet sich das Ganze zu Salzteig, frischem Brot und einem Hauch grüner Walnuss. Die Frucht – Birne, Marille und Zitronenzeste – hält sich diskret im Hintergrund. Am Gaumen dann Schmelz und Spannung gleichzeitig: eine salzige, griffige Textur, kalkige Mineralität, Zitrusfrische und eine Hefewürze, die alles zusammenbindet. Burgundisch gedacht, pfälzisch verwurzelt, unverwechselbar Bürklin.