Die Terroirbotschafter Frankens

Silvaner ist ja nach wie vor so eine Sache für sich. Es gibt sie in allen Qualitäten und Stilistiken. Einerseits nah dran an einer Aromarebsorte, andererseits dann wieder doch nicht. Sie bewegt sich, je nach Stil, irgendwo dazwischen. Manchmal fehlt es ihr an Frische, manchmal an Struktur.

Doch manchmal gibt es sie auch einfach in grandios, so wie vom Weingut Max Müller I aus Volkach in Franken.

Christian Müller ist der Kopf des Familienbetriebs, der seit mittlerweile 130 Jahren im fränkischen Weinbau verwurzelt ist. Das Weingut gehört schon seit Langem zur absoluten Spitze der Region und ist vor allem für terrorgeprägte Rieslinge und Silvaner bekannt. Dieser Bezug zum Terroir hat uns, zusammen mit der unglaublichen Herzlichkeit der ganzen Familie, dazu bewegt, zusammen mit dem Weingut eine Parzelle in der VDP.Großen Lage Volkacher Ratsherr zu bewirtschaften. Mittlerweile im dritten Jahr. Doch um den Wein, der dort entsteht, soll es heute nicht gehen. Denn gestern sind die neuen Jahrgänge der filigranen, mineralischen Silvaner angekommen, die genau jetzt, passend zur Spargelzeit, auch richtig Sinn machen. Silvaner ist in NRW noch eine maximal unterrepräsentierte Rebsorte, was sicherlich an den unzähligen belanglosen Ausführungen liegt, die es in vielen Supermärkten und Weinfachhandeln gibt. In den richtigen Händen wird diese Rebsorte zu einem Terroirbotschafter mit einer hochfeinen, floralen Aromatik. Fast immer mit einem dezenten Schmelz und einer eleganten, feinen Säure, die bei Weitem nicht so präsent ist wie beim Riesling, aber eben genug, um dem Wein eine immense Frische zu verleihen.

Während sich die Guts- und Ortsweine durch eine besonders klare, helle Frucht und florale Akzente auszeichnen, sind es insbesondere die Lagenweine, die das Terroir transportieren. Weine aus dem Volkacher Ratsherr sind immer eher karg, steinig, kräutrig und präzise, weswegen wir aus dieser Lage den Riesling präferieren. Die andere VDP.Große Lage, die auf den kuriosen Namen "Am Lumpen 1655" hört, hat im Vergleich zum Ratsherr eine dickere Humusschicht auf dem kargen Muschelkalkboden vorzuweisen, weswegen die Weine von hier immer etwas saftiger und runder daherkommen. Wir finden, dass das gerade dem Silvaner sehr gut steht.

Aber probiert es selbst.