Die Wachau war für uns lange eine Region, die wir zwar respektiert, aber selten wirklich gesucht haben. Zu oft waren die Weine breit, alkoholisch und etwas zu sehr auf Kraft gebaut. Schön für alle, die das mögen — aber eben nicht unbedingt das, wofür wir morgens aufstehen. Und dann kam die Grabenwerkstatt.
Hinter dem Weingut stehen Franz Hofbauer und Michael Linke: ein Wachauer und ein Pfälzer, die sich im Spitzer Graben zusammengetan haben, um genau die Art von Wein zu machen, die in der Wachau nicht selbstverständlich ist. Kühl, puristisch, salzig, tiefgründig. Keine Show, kein Make-up, kein unnötiger Speck auf den Rippen. Stattdessen alte Reben, karge Böden, extreme Handarbeit und ein kompromissloser Fokus auf Herkunft.
Der Spitzer Graben ist die kühlste Ecke der Wachau. Hier ziehen sich die Weinberge teils bis auf rund 500 Meter Höhe, die Nächte sind frisch, die Böden karg und die Arbeit alles andere als romantisch. Maschinen? Schwierig. Abkürzungen? Ebenfalls schwierig. Genau daraus entsteht aber diese Spannung, die die Weine der Grabenwerkstatt so besonders macht.
Riesling und Grüner Veltliner wirken hier nicht laut oder massiv, sondern messerscharf, mineralisch und enorm präzise. Das sind Weine mit Haltung. Weine, die nicht jedem sofort gefallen wollen, aber bei denen man nach dem ersten Glas merkt: Okay, hier passiert gerade wirklich was.
Für uns ist die Grabenwerkstatt kein klassischer Österreich-Zukauf, sondern eine logische Erweiterung unseres Portfolios. Weil die Weine genau das mitbringen, worauf wir stehen: Säure, Struktur, Herkunft, Handwerk und diesen schwer zu beschreibenden Zug, der gute Flaschen gefährlich schnell leer werden lässt.