Herkunft
Nackenheim, am nördlichen Ende des Roten Hangs in Rheinhessen. Carl Gunderloch hat das Weingut 1890 gegründet und war Gründungsmitglied des heutigen VDP. Heute führt sein Urururenkel Johannes Hasselbach den Betrieb in sechster Generation, inzwischen biozertifiziert.
Für die Familie ist der Rote Hang kein Etikett, sondern Lebensmittelpunkt. Johannes sagt über den Rothenberg, er sei immer viel mehr gewesen als ein Ort zum Leben und Arbeiten, und man müsse akzeptieren, ihn vielleicht nie ganz zu verstehen. Dazu passt seine Art: geradlinig, schnörkellos, ohne Getöse.
Lagen und Böden
Das Fundament ist das Rotliegende, ein roter, eisenhaltiger Tonschiefer, rund 280 Millionen Jahre alt. Der Rothenberg ist die nördlichste Spitzenlage des Roten Hangs, nach Südosten ausgerichtet, bis zu 75 Prozent steil, mit grobkörnigem Schiefer und Fels dicht unter der Oberfläche. Erwähnt wurde er schon 1364 als „in dem Rode“. Südlich schließt das Pettenthal an, ein Ost- bis Südosthang direkt über dem Rhein, dessen Schiefer hier feinkörniger ausfällt. Dazu kommt der Hipping mit 60 bis 120 Prozent Neigung, um 1550 noch „Hupbuhl“ genannt, vermutlich ein Ziegenhügel. Der Rhein wirkt an allen drei Lagen wie ein Spiegel und schickt zusätzliches Licht in die Hänge.
Für Weißburgunder und Sauvignon Blanc kommen Kalkstein und ein kühleres Plateau oberhalb des Roten Hangs ins Spiel.
Stil
Gunderloch-Rieslinge sind strahlend und klar, haben Kraft, verlieren dabei aber nie die Balance. Typisch Roter Hang: Würze, warme Steine, Kräuter. Ausgebaut wird teils im gebrauchten großen Holz, teils im Edelstahl, je nachdem, wie viel Druck ein Wein braucht. Auch die Guts- und Ortsweine zeigen unmissverständlich, wo sie herkommen.