Herkunft
Monzingen an der Nahe. Frank Schönleber führt das Familienweingut seit 2018 allein, Vater Werner ist im Weinberg weiter mit dabei. Gemeinsam gehören die beiden seit Jahrzehnten zur Spitze des deutschen Rieslings. Zusammen mit Dönnhoff und Tim Fröhlich haben sie die kleine Nahe weltweit auf die Weinkarte gebracht, VDP-Mitglied ist das Gut seit 1994. Und trotzdem sind die Schönlebers erstaunlich bodenständig geblieben.
Monzingen ist außerdem eine Art Talentschmiede: Jan Raumland hat hier seine Winzerausbildung gemacht, Julian Haart sammelte bei den Schönlebers Erfahrung, bevor er sein eigenes Weingut gründete.
Lagen und Böden
Rund 22 Hektar, rund 90 Prozent davon Riesling. Das Herz schlägt in zwei Monzinger Lagen. Der Halenberg gehört zu den kleinsten Lagen des Ortes, hat aber den besten Ruf: ein bis zu 70 Prozent steiler Südhang auf verwitterten Waderner Schichten, einem Konglomerat aus blaugrauem Schiefer und Quarzit. Die Reben haben es hier trocken und hart und antworten mit kleinen, aromareichen Beeren.
Das Frühlingsplätzchen ist ebenso steil, von Südost bis Südwest ausgerichtet und von rotem Schiefer und Kiesel geprägt, durchzogen vom roten Lehm des Rotliegenden. Im Frühjahr taut hier der Schnee besonders früh, die Reifezeit ist lang. Für den Kabinett geht Frank in den Monzinger Niederberg, auf Schiefer und Quarzit.
Stil
Spontangärung, lange Hefelagerung, Ausbau im Edelstahl oder im traditionellen Holzfass. Mode und Effekte spielen keine Rolle, es geht um Balance und Herkunft. Die Rieslinge sind glasklar, puristisch und fast salzig, mit einer großen inneren Ruhe. Aus dem Halenberg kommen kühle, puristische Weine mit dunkler Würze, das Frühlingsplätzchen mit seinem lehmigeren Boden fällt fruchtbetonter und zugänglicher aus. Und diese Weine haben Zeit: Reifepotenzial ist hier kein Versprechen, sondern Gewohnheit.