Herkunft
Schweigen an der Südlichen Weinstraße, ganz unten in der Pfalz, wo die Deutsche Weinstraße beginnt und Frankreich nur ein paar Schritte entfernt ist. Das Weingut Jülg wurde 1961 gegründet, seine Weinberge liegen teils auf deutschem, teils auf französischem Boden. Großvater Oskar und Vater Werner haben früh französische Reben gepflanzt, als eines der ersten Weingüter in Deutschland. Ihr Satz „Im Weinbau muss man in Generationen denken“ ist bis heute Programm.
Heute führt Johannes Jülg den Betrieb, Werner verkostet weiter mit im Fasskeller. Bruder Moritz ist der Mann für Zahlen und Geschichten, Johannes der kernige Winzer.
Lagen und Böden
Kalk ist hier das Thema. Herzstück ist der Schweigener Sonnenberg, eine nach Süden ausgerichtete Große Lage auf 260 bis 280 Metern mit Kalkmergel, die sich über die Grenze zieht. Darin liegt das Gewann Kammerberg oberhalb von Wissembourg im Elsass, seit 1971 Teil des Sonnenbergs und die wärmste Ecke der Gemarkung: Kalkmergel über purem Kalkstein, ideal für Pinot Noir. Ebenfalls auf französischer Seite wächst in einem uralten Weingarten auf gelbem Kalkgestein der Opus Oskar. Der Rechtenbacher Pfarrwingert steht auf Buntsandstein-Verwitterung über reinem Kalkstein.
Stil
Deutsche Präzision, französische Finesse. Gelesen und selektiert wird von Hand, die Weine reifen größtenteils in Holzfässern und Barriques. Der Spätburgunder ist das Aushängeschild: tiefe Frucht, feine Würze, seidige Textur, und in den Großen Gewächsen ordentlich Zug und Langlebigkeit. Schon der Einstieg ist komplett entrappt und zeigt Kirsche, Kräuter und steinigen Kalk. Bei den Weißen spannt sich der Bogen vom frischen Weißburgunder bis zum Sauvignon Blanc im Fumé-Stil.