Herkunft
Philipp Jaillet kommt aus Ruppertsberg und ist eine der auffälligsten jungen Stimmen der Pfalz. Seinen ersten Weinberg übernahm er mit 16, später kamen Flächen vom Vater dazu, heute sind es rund 5,2 Hektar. Nebenher arbeitet er im Außenbetrieb eines Deidesheimer VDP-Guts. Geprägt haben ihn Stationen bei Manincor in Südtirol und bei der Domaine de Montille im Burgund, und das schmeckt man.
Sein Credo: nicht größer werden, sondern besser. 2023 waren es gerade einmal rund 8.000 Flaschen, ein Großteil davon ging in den Export. Unter seinen Pfälzer Kollegen hat sich der qualitätsversessene Youngster längst herumgesprochen.
Lagen und Böden
Philipps Parzellen verteilen sich auf Ruppertsberg mit Sandstein und Kalkmergel, auf Deidesheim und auf Haardt. Im Haardter Herzog, einer Ersten Lage mit kargem Haardtsandstein und Südost-Ausrichtung, stehen Pinot-Reben, die er selbst gepflanzt hat, mit Sélection Massale aus dem Burgund. Chardonnay holt er aus dem Deidesheimer Paradiesgarten, aus dem kühlen Einstal mit Sandstein und feinen Kalkadern und aus Leistadt im Norden der Mittelhaardt, wo der Kalk das Sagen hat.
Gepflanzt wird dicht, bis zu 10.000 Reben pro Hektar, mit ertragsarmen Klonen. Die Böden stärkt er mit „Terra Preta“, Holzkohle aus dem eigenen Rebschnitt, die sie widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit macht. Lese, Rebschnitt und Füllung legt er nach dem Mondkalender fest.
Stil
Für die Pfalz ist das ein ungewöhnlicher Sortenspiegel: rund 60 Prozent Pinot, 37 Prozent Chardonnay, der kleine Rest Riesling wird weiter schrumpfen. Die Erträge bleiben niedrig, beim Pinot Noir 30 bis 35 Hektoliter. Im Keller gilt: spontane Gärung, minimale Eingriffe, kaum Schwefel, unfiltrierte Füllung.
Heraus kommen Weine mit Ruhe, Spannung und klarer Herkunft. Bei den Chardonnays ist das Holz Rahmen und nicht Bild, dafür gibt es Salz und Grip. Die Spätburgunder sind straff, säuregetragen und karg im besten Sinne. Wer bei Pfälzer Pinot an Marmelade und Vanille denkt, sollte hier dringend nachprobieren.